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bvdm-Konjunkturtelegramm: Deutsche Druck- und Medienindustrie - Dezember 2021

Dezember 2021: Trotz anhaltender Coronarisiken und Lieferengpässe hellt sich Branchenstimmung zum Jahresende ein wenig auf

Im Dezember hellte sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche erstmals seit fünf Monaten wieder etwas auf. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 2,4 Prozent und notiert mit 102,0 Punkten 6,8 Zähler über seinem Vorjahresniveau. Trotz der aktuellen Corona- und Inflationssorgen sowie anhaltender Lieferengpässe bei Vorprodukten, besserte sich die Geschäftslage der Unternehmen – vor allem aufgrund des Weihnachtsgeschäfts. Mit einem baldigen Ende der Lieferengpässe rechnen die Unternehmen jedoch nicht und planen darauf mehrheitlich mit Verkaufspreiserhöhungen zu reagieren.

Im Dezember beurteilten die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre für die nächsten sechs Monate erwartete Geschäftsentwicklung etwas positiver als im November. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Während der saisonbereinigte Geschäftslageindex im November noch um 2,5 Prozent gefallen war, legte er im Dezember um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Mit 102,1 Punkten notiert der Index leicht über seinem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Trotz nach wie vor starker Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern sowie der äußerst angespannten Infektionslage stieg die Produktionstätigkeit der befragten Druck- und Medienunternehmen zuletzt per Saldo an. Diese Produktionszunahme dürfte primär auf das Weihnachtsgeschäft zurückzuführen sein. So gaben im Dezember 48 Prozent der Unternehmen an, dass sie zurzeit mit Überstunden arbeiten – ein Plus von 21 Prozentpunkten gegenüber Dezember 2020. Zeitgleich fiel der Anteil der Unternehmen, die derzeit Gebrauch von Kurzarbeit machen, im Vorjahresvergleich um 17 Prozentpunkte auf 13 Prozent. Insbesondere bei den Werbedruckern sowie Verpackungs- und Etikettendruckern lag der Anteil derer, die ihre aktuelle Geschäftslage positiv bewerten, mit rund 59 bzw. 55 Prozent besonders hoch.

Trotz anhaltender Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens schätzen die Druck- und Medienunternehmen ihre Geschäftsaussichten für das erste Halbjahr 2022 aktuell wieder etwas zuversichtlicher ein als noch im November. Im Dezember nahm der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 2,3 Prozent zu. Allerdings befindet sich der Index mit 101,8 Punkten nach wie vor unter seinem Vorjahres- bzw. Vorkrisenniveau – das Minus beträgt rund 2,8 bzw. 1,1 Prozent. Momentan gehen die Unternehmen nicht von einem zeitnahen Ende der Lieferschwierigkeiten aus und planen – mehrheitlich – darauf mit Verkaufspreiserhöhungen zu reagieren. So geben rund 74 Prozent der Unternehmen an, ihre Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten erhöhen zu wollen – ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lediglich 1 Prozent der Befragten hingegen plant seine Preise zu reduzieren. Damit steigt der saisonbereinigte Saldo auf rund 73 Prozent – ein Allzeithoch. Momentan rechnen lediglich rund 8 Prozent der Unternehmen mit einer günstigen Entwicklung ihrer Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Rund 23 Prozent hingegen erwarten eine schwächere Geschäftsentwicklung. Diese dürften – neben den Lieferproblemen – vor allem die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken, die mit der Ausbreitung der Omikron-Variante einhergehen, im Blick haben.

Hintergrundinformationen zum bvdm-Konjunkturtelegramm sowie Hinweise zur Teilnahme an den monatlichen ifo Konjunkturumfragen finden Sie unter: bvdm-online.de/kt. (bvdm)

 

 

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Grafik: © bvdm

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