„Der Digitaldruck braucht eine starke Lobby“ – darin sind sich die Innovatoren im Digitaldruck einig. Sie trafen sich auf Einladung des Bundesverbandes Druck und Medien am 11. April in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Ihr Ziel: über unternehmerische Grenzen hinweg Anwendungsfelder, Potenziale und Maßnahmen für Druckverfahren und Unternehmen auszuloten. Wichtigstes Ergebnis: Imagearbeit für Print, Netzwerkarbeit für Unternehmer, politisches Lobbying für den Digitaldruck, Entwicklung von Standards, Aus- und Weiterbildung, Geschäftsmodelle und die Schaffung von Markttransparenz werden von den Teilnehmern als wichtigste Handlungsfelder gesehen.
1. Imagearbeit für Print
Die Qualität von digitalen Drucken ist hoch, die Veredlungsmöglichkeiten sind enorm. Dennoch haben dies die Kunden noch nicht verinnerlicht. Eine Maßnahme: Die Marketingkampagne: „Die Zukunft wird gedruckt“.
2. Netzwerk für Unternehmer
Neue Technologien und Workflows, Materialien und Marktsegmente – Pioniere eines Marktes machen auch schmerzhafte Erfahrungen. Vermeiden lässt sich dies durch Netzwerkkontakte. Die Verbände schaffen diese Plattform. Sie bieten ein Netzwerk zwischen Anwendern, Zulieferern und Kunden. Dazu wird das beim bvdm angesiedelte Deutsche Institut Druck (DID) seine Arbeit ausbauen.
3. Politische Lobbyarbeit für den Digitaldruck
Braucht der Digitaldruck eine Stimme in der Politik? Ein Blick auf die politische Agenda signalisiert den Bedarf. Beispiel 1: die geplante EU-Datenschutzverordnung. Wird sie nach den vorgelegten Plänen umgesetzt, befürchtet der bvdm existenzielle Einbußen für Digitaldrucker. Beispiel 2: Umweltschutz: Wie gut lassen sich Digitaldrucke
deinken und recyceln? Ziel ist: Das Druckverfahren darf nicht stigmatisiert werden.
4. Schaffen von Standards
Die Verbände Druck und Medien entwickeln Standards, beraten zu technischen und betriebswirtschaftlichen Fragen und betreiben Innovationsförderung. Der ProzessStandard Digitaldruck ist ein solcher Standard. Die Verbände begleiten die Unternehmen bei der Zertifizierung.
5. Schulung: Aus- und Weiterbildung
Daten- und Colormanagement sowie Vertrieb - hier sehen Unternehmer den größten Schulungsbedarf. Der Digitaldruck erfordert interdisziplinäre Kenntnisse der Fachkräfte. Diesen Anforderungen müssen die Schulungsangebote entsprechen. Die Verbände bieten sie an und entwickeln sie weiter.
6. Geschäftsmodelle & Markttransparenz
„Künftiges Wachstum wird mit sinkenden Margen erarbeitet“, so Infotrends. Die Strategie entscheiden über den Erfolg. Die Verbände und ihre Beratungsgesellschaften printXmedia unterstützen durch Benchmarking, Bilanzkennzahlenvergleiche und individuelle Analysen.
Fazit: Die Verbände schaffen eine Plattform für alle Digitaldruckanwender und geben dem Digitaldruck eine starke Stimme.

